Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Christi Himmelfahrt

Bibl. Text: Apg 1,1-11; Mk 16,15-20 Hochfest Christi Himmelfahrt B2 2012

Die christliche Religion ist nicht einfach. Ja, es wird von manchen Christen, die zum Islam übergetreten sind, gesagt: Der christliche Glaube ist nicht übersichtlich, zu kompliziert. Dass unser Glaube nicht einfach ist, stimmt. Man kann ihn nicht reduzieren auf einige Gebote, es befinden sich nicht wenige Gegensätze darin. Das zeigt sich auch am heutigen Fest Christi Himmelfahrt.

Ich will einige benennen, die Jesus selber so ausgesprochen hat: „Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem der vom Himmel herabgestiegen ist, der Menschensohn." Und: „ Wenn ich zu Euch über irdische Dinge gesprochen habe, und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche?" Und darum kann es nur das Eine geben Ihr müsst von neuem geboren werden. Und wiederum: Wie kann ein alter Mensch nochmals geboren werden? Es geht alles nur über den Weg des Glaubens bei Jesus. Damit werdet ihr eine Neuschöpfung. Das ist der Weg, der einen anderen Blick eröffnet, der uns jetzt schon in das Himmelreich hineinführt. Jesus hat das Stockwerkdenken der Menschen als veraltet verkündet: Es gilt nicht mehr: Dort ist der Himmel, hier ist die Erde. Dort oben im Himmel ist der Wohnbereich Gottes, und hier unten ist das Land, wo die Menschen wohnen. Und das ist mit dem Wort Jesu widerlegt Der, der herabgestiegen ist vom Himmel, steigt auch wieder hinauf. Damit sind wir auf einen Weg, in eine Bewegung hinein verwiesen. Genau diese neue Bewegung ist handgreiflich in der Stunde der Himmelfahrt erkennbar. Jesus wird durch die Kraft Gottes emporgehoben zum Himmel und was die Jünger tun, ist allzu verständlich: Sie schauen unverwandt zum Himmel empor. Und gerade das tadeln ausgerechnet himmlische Boten, die Engel: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Jetzt ist nicht Zeit, starr nach oben zu schauen, eure Aufgabe ist es Zeugen Jesu zu sein,

Wenn wir in das Markusevangelium dieses Tages hineinschauen geht es um das Gleiche: „Jesus, der Herr, wurde in den Himmel aufgenommen. Sie aber zogen aus und predigten überall Und der Herr stand ihnen bei.

Auch hier wieder die zweifache Aussage, die menschlich gesehen nicht leicht stimmig gemacht werden kann: Er wurde in den Himmel aufgenommen, und doch stand er seinen Jüngern bei in ihrer Sendung. Der hl. Johannes Don Bosco fasst das für uns so zusammen: „Wandelt mit den Füßen auf der Erde; mit den Herzen aber seid im Himmel". Wir können hinschauen wo wir wollen Christsein ist nie einseitig, Wer im Irdischen aufgeht, und den Himmel außeracht lässt, wer seine Leben nur aus irdischen Quellen speist und das im

ganzen und vollen Sinn, ist kein Christ. Wer aber umgekehrt, seinen Blick nur nach oben richtet wie die Jünger bei der Himmelfahrt Jesu, hat Jesus nicht verstanden, weil der zuerst vom Himmel herabgestiegen ist, Knechtsgestalt angenommen, gedient und sein Leben hingegeben hat und dann erst zum Himmel emporgestiegen ist. Wer zu Gott aufsteigen will, muss demnach zuerst herunterzusteigen, wer erhöht werden will, muss zuerst sich erniedrigen.

Damit vollzieht sich im Jünger Jesu ein Perspektivwechsel, ohne den wir als Christen nicht glaubwürdig sind und auch nicht Zeugen Jesu sein können. Ich bewundere die Apostel, wie schnell sie nach der Auferstehung Jesu, freilich gestärkt durch den Beistand des hl. Geistes, umgeschaltet, sich buchstäblich umgestellt haben. Das wird uns klar wenn wir nur die Texte dieser Messfeier beachten: „Herr stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?"

Welche zeitliche und räumliche Enge tut sich in ihren Köpfen kund" Und Jesus führt die Jünger heraus. Kümmert euch nicht darum, vielmehr: Macht euch auf den Weg, und seid meine Zeugen in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien bis an die Grenzen der Erde. Ja ihr könnt gar nicht weit genug gehen um meine Zeugen zu sein.

Und so verstehen wir jetzt dass das Schwierige des christlichen Glaubens darin besteht ist, dass Gott jegliche Distanz überwunden hat und hereingekommen ist in unsere menschliche Welt, nicht zu herrschen, sondern zu dienen, damit durch seine Liebe die Menschen gerettet werden. In seinem Herabsteigen zu uns ist schon unser Hinaufsteigen mit dem Menschensohn hinein programmiert. Das ist das Höchste, Wunderbarste und Größte was es gibt: In Christus ist ein Stück Himmel auf die Erde herabgekommen und mit seiner Himmelfahrt ist endgültig ein Stück Erde, unsere menschliche Natur verklärt in Gott hinaufgestiegen. In der Himmelfahrt Jesu hat Gott den Menschen erhöht. Lasst uns dafür frohen Herzens Gott Dank sagen.

P. Benedikt Laib SDS

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