Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Gedanken zum Sonntag

Bibl. Text Mk 6,30-34 16.Sonntag B1 2012

 


Ein Neupriester, der im ersten Jahr seiner Kaplanszeit im Pfarrhaus wohnte, be-klagte sich beim Dekan, dass sein Chef, der Pfarrer, ihn ständig beobachte, ja ausspioniere. Er wolle hinter alles kommen, was er so tue. Da gab ihm der Dekan zu bedenken: „Das Ausspionieren kommt davon, dass er dir nicht traut, dass zwischen euch kein Vertrauensverhältnis besteht, Du bist zu verschlossen! Erzähl ihm aus deinem Alltag, wie es dir so ergeht, was du tust, und er hat keinen Grund mehr in dein Privatleben neugierig hineinzuschauen.
Ich finde im positiven Sinn heute im Evangelium ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Jesus und seinen Jüngern. Ich habe letzten Sonntag schon gesagt, dass man dieses Verhältnis nicht vergleichen kann mit einem Rabbi und seinen Schülern. Jesus hatte die Jünger in die Häuser der Menschen geschickt, ihnen die frohe Botschaft zu bringen: „das Himmelreich ist nahe!" Dazu Dämonen auszutreiben die bösen Kräfte, die die Menschen belasten und verwirren, und Kranke zu heilen. Dazu sollten sie nichts mitnehmen, um von den Leuten als einfache, und arme Boten angesehen zu werden.
Nun kommen seine Jünger zurück von ihrer ersten Sendungsreise und – überlesen wir das bitte nicht!- sie sind wieder bei ihm", sie sind jetzt wieder daheim, eben bei Ihm. Und da muss er sie gar nicht fragen: Wie ist es denn euch ergangen? Wie seid ihr zurechtgekommen ohne mich, die euch nur mein Sendungsauftrag begleitet hat? Sie selber haben das innere Bedürfnis ihm zu sagen welche guten und schlechten Erfahrungen sie gemacht haben Sie erzählen was sie gelehrt und was sie gewirkt haben. Welch familiäre Atmosphäre herrscht doch zwischen Jesus und seinen Jüngern! Ich höre da fast die Stimme einer Mutter heraus: Aber nach diesen Strapazen geh jetzt ins Bett und ruh dich aus! „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir alleine sind und ruht ein wenig aus!" Jesus sieht wie müde und abgeschafft sie sind, die weiten Wege in die Dörfer und Gehöfte, das Gespräch mit den Leuten, der Kontakt mit den vielen Kranken und die Heilung, die sie ihnen geschenkt haben.
Hier aber kommen sie nicht zur Ruhe, man lässt ihnen nicht einmal Zeit zum Essen. Jesus will mit ihnen an einen einsamen Ort gehen. Wenigstens im Boot finden sie ein bisschen Entspannung, sind sie mit Jesus wieder allein. Sie lassen sich Zeit, jetzt belästigt sie niemand. Und als sie aus dem Boot ausstiegen, warten schon die vielen Menschen auf Jesus und seine Jünger.
Wie wird Jesus,, wie werden die Jünger reagieren? Wird er sagen: Alles was recht ist, aber diese Jünger haben jetzt einen Urlaub, einige freie Tage verdient? Unser Unternehmen ist geschlossen? Geht nach Hause!
Oh, nichts von alledem!. Jesus hatte Mitleid mit den vielen Menschen, um die sich niemand kümmert, weil bei ihnen nichts zu holen ist. Sie können nichts geben aber sehnen sich nach jemand, der ihnen zuhört, der sich mit ihnen abgibt, der sie ernst nimmt. zu dem sie Vertrauen haben, der ihnen gute Ratschläge gibt, der sie aufrichtet und ihnen hilft.
Ja das ist das Großartige an Jesus! Er ist doch der Sohn Gottes, der in der Herrlichkeit Gottes lebte, der über Himmel und Erde herrscht, von dem wir im Gloria singen: „Du allein bist der Herr, du allein der Höchste, Jesus Christus." Und dabei lässt er sich herab, Hirte für herrenlose Schafe zu sein die nicht wissen wem sie gehören und ratlos und orientierungslos sind. Er der Höchste, hat Mitleid und hört sich seine Jünger an, wie es ihnen ergangen ist. Kurz gesagt: Er, der Höchste, gibt sich mit den Kleinen und Geplagten ab und lädt sie ein auszuruhen, sich zu erholen. Ja tiefer konnte der Gottessohn nicht steigen, als Einer von uns zu werden, eben ein Mensch, in allem uns gleich.
Gehen wir nochmals zum Anfang zurück: Gott will nicht, wie man früher es malte und oft predigte, das scharfe Auge sein, dem nichts entgeht wie dem Radar. In Jesus zeigt sich uns Gott als Einer der will, dass wir ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihm haben, zu dem wir kommen dürfen mit allem was unser Leben ausmacht, In Jesus begegnen wir Gott, der Mitleid hat mit allen die Sorgen und Nöte haben, der uns Ruhe gönnt und Heimat und Geborgenheit schenkt
Einen besseren Gott können wir nicht haben, weil er ein so menschenfreundliches Gott ist, der uns kennt und weiß, was wir brauchen.
Auf den ersten Blick bietet dieses Evangelium keine hohe Theologie, und ist es doch zutiefst, weil es einen Gott zeigt, der sich nicht zu schade ist mitten in unsrem Alltag zu sein und sich um uns vertrauensvoll zu kümmern.


P.Benedikt Laib SDS

 

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