Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Zum Pilgern braucht es wenig...

 
Der Frankenweg ist besser unter dem Namen „Via Francigena“ bekannt. Es han­delt sich dabei um den ältesten christlichen Pilgerweg Euro­pas. Er führt von Canterbury im südöstlichen England nach Rom und streift Südtirol nicht. Anlässlich des Heiligen Jahres 2000 hat die „Via Francigena“ durch bessere Beschriftungen, veröffentlichte Rastplätze und einer Webseite Aufwertung er­fahren.

Schwester Edyta Grzesiuk von den Salvatorianerinnen in Meran ist 2009 in Pavia südlich von Mailand in den Frankenweg eingestiegen und mit zwei Mitschwestern einen Monat lang nach Rom gepil­gert. Das war der Beginn eines begeisterten Pilgerdaseins. Inzwischen hat die 37-jährige Ordensfrau aus Polen, die seit 1998 in Südtirol lebt, viele Pil­gerwanderungen gemacht und organisiert. In Kürze beginnt sie in Österreich mit einer Ausbildung zur Pilgerbeglei­terin.

Pilgern befreit

Soeben ist Schwester Edyta Grzesiuk von einem Teilstück der „Via Francigena“ in der Schweiz zurückgekommen. Sie hat eine sechsköpfige Süd­tiroler Frauengruppe eine Woche lang begleitet. Die Teil­nehmerinnen haben unter anderem den Großen Sankt- Bernhard-Pass in den Walli­ser Alpen erwandert, der das Schweizer Rhônetal mit dem Aostatal verbindet.

„Pilgernde brauchen nicht viel“, weiß Schwester Edyta: „einen Ort zum Schlafen und Wasser zum Waschen.“ Was am Frankenweg in Italien und am Jakobsweg in Spanien üb­lich ist, erleben Pilgernde in Südtirol nur spärlich: Gast­freundschaft.

Mangelnde Gastfreundschaft

Schwester Edyta Grzesiuk hat in den vergangenen sie­ben Jahren im Geistlichen Jugendzentrum in Haslach in Bozen gearbeitet und dort im­mer wieder verzweifelte Pilger aufgenommen. „Menschen ha­ben am Telefon geweint, als sie von uns nach einem Dutzend Absagen endlich eine Zusage bekommen haben“, erzählt die Salvatorianerin.

Sie berichtet von einem Paar aus Deutschland, das in Has­lach auch Obdach bekommen hat. Die beiden jungen Leute hatten sich auf das Pilgerwag­nis eingelassen, um nach den dabei gemachten Erfahrungen zu entscheiden, ob sie künftig in der Kirche aktiv werden wollten. Viele Menschen su­chen und finden in der Natur und beim Wandern Spiritua­lität und Verbindung zu Gott, Antworten auf Lebensfragen und notwendige Langsamkeit.

Diese Menschen sollte man in Südtirol und hauptsächlich in Bozen nicht im Regen ste­hen lassen, fordert Schwester Edyta. Es sei ein Unterschied, ob man beim Pilgern in ei­nem Kloster oder Pfarrheim einen Raum zum Schlafen be­komme oder in einer Pension einchecken müsse. „Die paar Pilgernden, die durch Südtirol wandern, sollten wir schaffen aufzunehmen“, ruft sie auf.

Tür aufmachen erfüllt

Sie bestärkt die Südtiroler Ordensgemeinschaften, ihre Türen für Pilgernde zu öff­nen. „Dabei wird man reich beschenkt“, erzählt sie von erfüllenden Gesprächen und entstandenen Freundschaften. Gerne ist sie bereit, Ordens-und Pfarrverantwortliche in Gesprächen dazu zu sensibili­sieren. Sie glaubt, dass manche ihre Räumlichkeiten nicht zur Verfügung stellen, weil sie den Pilgern den durchwegs hohen Lebensstandard in Südtirol nicht bieten können. Das sei aber nicht wichtig. Vor allem junge Menschen sind mit we­nig zufrieden: „Das Wichtigste ist ein sicherer und sauberer Schlafplatz und eine einladen­de Haltung des Gastgebers.“ Dafür geben Pilgernde auch gerne eine Spende.

„Einfachheit ist beim Pilgern etwas vom Wichtigsten“, sagt die Ordensfrau. Momente des Schweigens, des Meditierens, des Austausches und des Dan­kes gehören dazu. „Wir tragen das Wenige, das wir brauchen, im Rucksack bei uns.“ Die Un­terbringung in einem Hotel passe nicht in dieses Konzept – abgesehen von den viel höhe­ren Preisen.
Schwester Edyta ist überzeugt, dass nur wenige Leute das Pil­gern nutzen, um zu einer billi­gen Reise zu kommen. Pilgern geht tief, sagt sie und befreie von Altlasten.

Wer auf dem Frankenweg pil­gern möchte, sollte unter www. via-francigena.com den Pilgerpass beantragen.

Maria Lobis, Katholisches Sonntagsblatt- Südtirol

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