Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Sonntagsgedanken

Mk 10,2-16 27.Sonntag B1 2012
Die Frage der Pharisäer an Jesus: „ Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen?" diese Fangfrage ist höchst aktuell, zum mindesten in Europa und Amerika . Aber das lehrt uns die heutige Zeit, die in allen Beziehungen Probleme sieht: auf der juristischen Ebene sind Beziehungsprobleme nicht zu lösen. Der Umgang der Menschen miteinander in Politik, im Berufsleben und damit im Privatleben und auch in Ehe und Familie ist schwierig geworden, Das betrifft beileibe nicht nur Ehepartner, das betrifft etwa genauso das Verhältnis zu den Kindern, zwischen dem Chef und den Angestellten, bei so manchem Pfarrern zum Bischof und Papst, selbst bei Ordensleuten zu ihren Obern. Kein Bereich ist heute ausgeschlossen, ganz einfach darum weil die Menschen heute sich nicht mehr als Teil des Ganzen fühlen, sondern als Individuen, und jedes will sein Leben frei gestalten und da sind ihm immer wieder andere im Weg, vermasseln ihr Eigenleben durch ihre andere Meinung, durch Gesetze oder durch eine höhere Instanz.
Jesus in seiner großen Klugheit und Selbstsicherheit als Sohn Gottes verweist wie so oft auf zweierlei: Ihr Pharisäer baut auf Menschensatzungen, auf menschliches Verhalten, auf Hartherzigkeit und Eigensinn und selbst Mose
hat darauf Rücksicht genommen, während ich mich ganz und gar nach Gott dem Schöpfer richte. Ich denke und rede nicht wie die Menschen, sondern ich habe Gott und seinen Willen im Sinn. Gott geht es um das Gelingen des Lebens, des vollen Lebens, und das ist nach dem Willen Gottes geprägt von Liebe, Zuneigung, Fürsorge und Treue.
Jesus schiebt also diese Frage der Pharisäer von der Schiene der Juristen: Ist es erlaubt, Ja oder nein? auf die Schiene der Theologie. Wie immer geht es Jesus um Gott und nicht um die Menschen. Und da denken und handeln wir Menschen so oft gar nicht wie Gott der Schöpfer es vorgesehen hat.
Das gibt es aber auf allen anderen Ebenen auch. Wir werden nächsten Sonntag
auch wieder davon hören, wie ein junger Mann von Jesus in die Nachfolge gerufen wird, und sogar von Jesus lieb angeschaut wurde, und trotzdem verweigert er die Nachfolge Jesu, weil sein Reichtum ihm wichtiger war als Gott. Jesus gibt hier wie dort keine Antwort darauf, wie er über die denkt, die es nicht schaffen. Aber eines ist sicher: Jesus war der Letzte, der Menschen nach dem Gesetz angeklagt oder geurteilt oder gar verurteilt hat. Ja, er hatte genug selbst darunter zu leiden wie man ihn immer wieder mit den scharfen Augen des Gesetzes ertappt und Anklagepunkte gegen ihn gesammelt hat, Jesus hat immer aus dem Herzen heraus gehandelt, nicht wie die Menschen aus ihrem Vorteil und aus ihrem Recht.
Und das ist von unserer Seite her auch zu bedenken, was heute natürlich ganz anders ist: Nur der Mann durfte eine Scheidungsurkunde ausstellen. Die Frau galt als Eigentum des Mannes. Bei der Hochzeit holte er die Frau vom Elternhaus ab und zahlte den Brautpreis. Daher konnte er sie auch wieder heimschicken. Das lag in der Willkür des Mannes, sie wieder zu entlassen. Jesus nahm dem Ehemann dieses Recht, weil beide Mann und Frau von Gott geschaffen sind. Sie sind beide Geschöpfe Gottes und damit gleichwertig. Er nahm dem Mann die Herrschaft über die Ehe. Beide im gleichen Rang, auf gleicher Ebene haben sich versprochen, sich ganz zu geben und den anderen ganz anzunehmen. Ihre Liebe zueinander in ihrer Ausschließlichkeit und Ganzheit sollte sogar zu einem Abbild der Liebe Jesu zu seiner Kirche sein. Damit hat Jesus
die Ehe aus dem weltlichen Bereich in die göttliche Nähe geholt. Aber das ist schon im Alten Testament zu lesen, dass Gott seinen Bund mit dem Volk mit dem Ehebund zwischen Mann und Frau verglichen hat. Gerade dieser Aspekt war Jesus ganz wichtig: Das Menschliche ist nie isoliert zu sehen, immer ist es hineingenommen in die göttliche Sphäre.
Die Fragen die heute rund um die Ehe, die Ehescheidung und um die Ge-schiedenen ranken sind dem allem nachgeordnet. Ich bin überzeugt, dass Jesus, der nicht vom Gesetz her zu den Menschen kam, sondern von der Liebe, nicht als Richter, sondern als Arzt und guter Hirte, er würde niemanden schief anschauen und verurteilen wenn er diesem hohen Ideal der Ehe in der Schöpferordnung Gottes nicht entsprochen hat. Er ist gütig, weil wir alle auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen sind wie Kinder auf die elterliche Fürsorge. Nicht umsonst folgt im heutigen Evangelium auf die Antwort Jesu zur Unauflöslichkeit der Ehe die Begegnung mit Kindern. Danken wir Gott für diesen Jesus, den er uns als Retter und Heiland gesandt hat.

P. Benedikt Laib SDS

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