Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Wir glauben darum reden wir- Advent

Wir sind wieder in der Zeit des Advents angekommen. Advent sehe ich als eine besondere Zeit im Jahreskreis. Ich freue mich immer schon sehr auf die schönen Lieder und Texte die in der Adventszeit gesungen und gebetet werden. Besonders denke ich da an das Lied „Tauet Himmel" dessen Liedertext ich aber lange nicht verstanden habe. Zu Hause in der Familie haben wir dieses Lied gerne gesungen und dafür bin ich auch sehr dankbar, denn so kann ich dieses Lied und noch viele weitere auswendig. Ich kann jederzeit auf diese Kostbarkeit zurückgreifen. Dieses Lied drückt für mich aus, dass sich das Entscheidende in unserem Leben wie Tau auf uns herab senkt. Die Gnade fällt uns in den Schoß, wir können aufhören uns endlos Sorgen zu machen und uns einzubilden dass wir mit unserem Managen und Machen alles selber produzieren können. Leider werden wir dazu erzogen, ausgebildet alles wie Manager selbst in die Hand zu nehmen, unsere Leben zu organisieren, alles genau voraus zu planen. Das ist sicher ein Teil unserer Kultur und im Grunde genommen auch nicht schlecht zu bewerten. Wenn wir aber diesen Gedanken auf unser spirituelles Leben übertragen, dann funktioniert das nicht.
Unserer Spiritualität kann man nicht Verwalten, lässt sich nicht nach Bedarf lenken und manipulieren. Im geistlichen Leben kommt es darauf an loszulassen und dem Göttlichen Raum zu geben. Jedoch fällt es uns furchtbar schwer, unser Leben nicht genau fest zu legen und selbst zu managen, sondern auf die Gnade wie auf einen „Tau vom Himmel her" zu warten. Das dürfen wir wiederum, aber nicht mit nichts tun und Passivität verwechseln. Ganz im Gegenteil, wir sind aufgerufen wachsam zu sein und das ist etwas sehr aktives. Viele unserer Adventslesungen rufen uns nur zu dem Einen, aber äußerst Schwierigen auf: wach zu sein.
Wachsam sein ist die Fähigkeit, hinter all jene Dinge zu blicken, die wir zu „Gott" machen, um Gott zu finden. Oft kommt es vor, dass wir die Religion vergöttlichen und versäumen das Göttliche an Orten und in den Menschen zu erkennen. Wachsam sein bedeutet auch hinter die Formen und Symbole, die Gott personalisieren sollen zu blicken. Wer wachsam ist kann weiter sehen und die Gegenwart Gottes überall erkennen. Gerade in der Adventszeit gibt es sehr viele verlockende Angebote und viele Symbole die zu uns sprechen. Doch sind wir auch noch in der Lage den Advent auch aus zu halten, sind wir noch bereit zu warten auf die Geburt Jesus?
Es wird bereits ab dem ersten Adventssonntag gefeiert, die Vorfreude auf das Fest wird immer weiter nach vorne verlegt. Im September können wir schon Lebkuchen kaufen und in den Geschäften gibt es bereits schon im Oktober die ersten Dekorationen zu erwerben. Im November werden die Straßen mit Lichtern geschmückt und Anfangs Dezember finden schon die ersten Weihnachtsfeiern in den Firmen statt. Weihnachtsmusik ist in den Straßen und Kaufhäusern zu hören und überall gibt es Sonderangebote.
Advent bedeutet für viele bereits feiern – es scheint mit gerade, dass es eine Flucht vor dem eigentlichen Weihnachtsfest ist – eine Flucht vor dem Aushalten, dem Warten, dem Wach sein.
Advent ist auch die Zeit wo es Dunkel um uns werden kann. Wo sich die Stille ganz tief in uns ausbreitet. Ich kann mich von diesem Dunkel berühren lassen. Mein Vertrauen und mein Durchhalten sind gefragt. Ich werde herausgefordert mich dem Leben zu stellen. Advent ist die Zeit die mich zum Aufbrechen herausfordert. Ich kann mich öffnen für etwas neues, für etwas Anderes in meinem Leben.
Advent, das ist die Zeit, in der etwas in mir heranwachsen kann, etwas, was wirklich wichtig ist. Durch den äußeren Rahmen bin ich eingeladen mich einzulassen und hörend zu sein. Wachsam sein, so wie wir es in verschiedenen Lesungstexten und Liedern im Advent immer wieder hören können.
„Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnen ihn herab." So heißt es in einem Lied das gerne in der Adventszeit gesungen wird. Der ganze Liedertext lautet:
Tauet Himmel den Gerechten, Wolken regnet ihn herab!, rief das Volk in bangen Nächten dem Gott die Verheißung gab, einst den Retter selbst zu sehen und zum Himmel einzugehen, denn verschlossen war das Tor, bis der Heiland trat hervor.
Voll erbarmen hört das Flehen Gott auf hohem Himmelsthron: Alle Menschen sollen sehen Gottes Heil in seinem Sohn. Gottes Engel eilt hernieder, kehrt mit dieser Antwort wieder: „Sieh, ich bin des Herren Magd, mir gescheh, wie du gesagt."
Und als Mensch zu Menschenkinder kommt des ewgen Vater Sohn; Licht und Heil bringt er den Sündern, Frieden von des Himmels Thron. Erde jauchze auf ihn Wonne bei dem Strahl der neuen Sonne: Bald erfüllet ist die Zeit. Macht ihm euer Herz bereit!
Wir sind eingeladen, ja sogar aufgerufen unser Herz bereit zu machen auf die Geburt Jesu. Es gibt viele Möglichkeiten sich im Advent bereit zu machen. Trotz Lärm und Sonderangebote, trotz lauter Musik und Einkaufsstimmung. Für mich ist es gerade in dieser Zeit von großer Bedeutung, mich immer wieder zurück zu ziehen um in die Stille zu gehen. Ich frage mich auch immer wieder wie kann ich mich vorbereiten, was ist zu tun und was ist besser zu lassen. Was bringt mich mehr in die Stille und was trägt mich davon. Für mich sind dies entscheidende Fragen, nicht nur in der Adventszeit und doch hilft mir diese Zeit im Kirchenjahr mich in diesen Fragen zu vertiefen.
Meine Arbeit als Krankenschwester im Pflegeheim ist manchmal sehr herausfordernd und meine Geduld wird täglich auf die Probe gestellt. Oft werde ich durch ein besonderes Ereignis, eine schnelle Entscheidung oder eine plötzliche akute Situation gerüttelt und ich muss stehen bleiben. Heraus aus meiner Routine, heraus aus meinem Planen und Managen und werde herausgefordert mich auf das Hier und Jetzt zu richten.
Besonders merke ich dies wenn ich schnell über den Gang eile um noch schnell etwas zu erledigen. Oft, genau in diesem Moment kommt dann eine ganz verzweifelte, verwirrte Person auf mich zu und bittet um Hilfe, weil sie die Toilette nicht findet. In solchen Momenten bleibe ich stehen und atme einmal tief durch. Denn da wird mir so richtig bewusst, dass mein schnelles Eilen übertrieben ist. Ich gehe auf die Person zu und versuche ihren Zweifel etwas zu lindern, ihr die Hand zu halten und sie auf die Toilette zu begleiten. Diese verwirrten und alten Menschen sind gute Lehrmeister was Langsamkeit betrifft. Oft braucht es gar nicht viele Worte und somit sind sie auch gute Lehrmeister was die Stille betrifft. Doch genau in dieser Langsamkeit bin ich oft überfordert und dann dränge ich damit es schneller geht.
Haben wir noch Zeit den Advent zu erleben oder eilen wir von Einem zum Andern. Ich bin sehr dankbar wenn ich durch verschiedene Gegebenheiten wieder herausgerissen werde und zur Besinnung wieder in die Stille komme.

Der Advent ladet uns ein, mutig zu sein. Das wir und nicht auf das verlassen was wir sehen oder hören, sonder uns mit unseren eigenen Kräften und Sehnsüchten verbinden und unser Leben hinhalten um den Advent zu erleben.
Ich wünsche uns, dass neben der Betriebsamkeit in dieser Zeit auch Zeit für ruhige Minuten bleiben, um mit Menschen zusammen zu sein die wir lieben. Dass wir mutig sind und wir uns Zeit für Besinnung und Einkehr schenken, um das Wesentliche nicht zu übersehen: Denn Advent ist die Zeit der Erwartung eines Erlösers, der nur dann ankommen kann, wenn wir auch bereit dafür sind.
Eine besinnliche Adventszeit
Sr. Renate Koppenberger SDS

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