Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Kennen Sie dieses Gefühl?


Hatten sie schon einmal das Gefühl, dass viele äußere Eindrücke sie schon nach kurzer Zeit ermüden und sie sich erschöpft fühlen. Wenn ein konstanter Lärmpegel sie nervös macht und starke Gerüche, viele Berührungen und visuelle Eindrücke sie irritieren und eine Reaktion hervorrufen die sie so gar nicht von sich selber kennen.
Können sie Situationen benennen wo sie aufgrund ihrer intensiveren Wahrnehmung leicher erschöpfen, gereitzter und gestresster reagieren und sich am Liebsten zurückziehen wollen. Erkennen sie Reaktionen aus ihrem Umfeld wo sie dann als sensibel oder empfindlich, weniger Belastbar oder kompliziert erklärt wurden.
Hatten sie auch schon einmal den Gedanken, ich würde lieber gar nicht mit den Freunden oder Bekannten weggehen weil zu viele Reize auf mich einwirken und mich überlasten. Sie lieber alleine oder im Vertrauten bleiben wollen.
Für viele Menschen sind solche Empfindungen und Reaktionen nicht leicht nachzuvollziehen, dass der andere so schnell ermüdet, ihm schnell vieles zu viel wird oder alleine sein möchte. Es ist schwer zu verstehen, dass das, was man selber als schön und bereichernd empfindet, für den anderen Stress und Belastung sein soll. Dies kann oft Auslöser für Konflikte sein.
Es braucht Verständnis um zu verstehen, wie und was der andere empfindet, dass ein anderer Mensch die Welt wirklich völlig anders wahrnimmt. Das Bedürfnis sich zurückzuziehen, alleine zu sein, in Stille zu sein, kann manches Mal wie eine Zurückweisung oder Gleichgültigkeit gegenüber einer anderen Person oder Gruppe sein. Hier braucht es eine gute Kommunikation und klare Rahmenbedingungen für ein gelungenes Miteinander, damit die eine Person nicht zu kurz kommt und die andere sich nicht schon überfordert fühlt.
Ich persönlich kenne sehr viele Situationen und Reaktionen von mir, die mir klar gemacht haben, wenn ich unter vielen Eindrücken stehe schneller ermüde, gereitzer reagiere und ein großes Bedürfnis nach Ruhe, Stille und Frieden habe. Oft ziehe ich mich zurück um nicht ständig über meine Grenzen zu gehen, um nicht meine Bedürfnisse zu missachten. Genau in diesen Momenten braucht es dann eben dieses Verständins dass es sich um keine Gleichgültigkeit handelt sondern ich Verantwortung für mich selber und mein eigenes Wohlbefinden übernehme, weil es anders gar nicht geht.
Manchmal habe ich das Gefühl es prallen zwei Welten aufeinander.
Dazu gehört auch, dies meinem Umfeld klar zu machen, kommunizieren und die eigenen und gemeinsamen Grenzen die es gibt zu klären. Trotz der eigenen Begrenztheit und Bedürfnisse ist es dann klarer weise eine große Herausforderung in der Beziehung zu Menschen. Es kann eine große Bereicherung werden und vielleicht auch neue Möglichkeiten entdeckt werden und eine Beziehung beleben.
Wenn Menschen mit einer intensiveren Wahrnehmung auf Menschen treffen die so manches halt nicht so intensiv, oder anders wahrnehmen, dann prallen oft zwei Welten aufeinander. Wichtig wäre dabei es nicht zu bewerten und zu beurteilen mit gut oder schlecht, wertvoller oder wertloser. Denn im Grunde kann nur jede Person für sich selber Verantwortung übernehmen und für sich selber Entscheiden in welcher Verbindung ich zu den Mitmenschen stehe.
Es kann eine Erleichterung sein, wenn ich für mich selber verstanden habe wie ich bin und warum ich in manchen Situationen einfach weniger belastbar, unzulänglich, müde und empfindsamer bin. Habe ich verstanden warum ich besondere Bedürnisse habe und gelingt es mir dies auch auszusprechen, dann kann das persönliche Leben in einer intensiven und freien Weise gelebt werden ohne es ständig den anderen recht machen zu wollen und über eigene Grenzen zu gehen.
Ich denken, es kann auch eine große Bereicherung sein, Menschen zu kennen, die eine intensivere Wahrnehmung habe. Ich kenne Menschen die können so richtig das Essen genießen, in einer Beharrlichkeit und Achtsamkeit Dinge verrichten, wo es ein Genuß ist denen zuzuschauen. Ich kenne Menschen, wenn sie spazieren gehen, die so ganz mit der Natur verbunden sind, wo es nicht darum geht, viel und lange zu gehen sonderen intensiv alles rund herum wahrzunehmen. Ich glaube diesen Menschen gelingt es, die Dinge von außen zu verinnerlichen wo sie dann für immer geborgen und gespeichert sind.
Kennen auch sie jemanden, von dem sie den Eindruck haben der spürt anders, der kann zwischen den Zeilen lesen und hört die Wörter die nicht ausgesprochen werden. Er sieht Dinge die normalerweise erst beim zweiten Blick erkannt werden. Ja es gibt solche Menschen und sie bereichern ganz bestimmt unser Leben, wenn wir bereit sind von ihnen zu lernen. Wenn wir bereit sind auch einmal langsamer zu gehen.
Im Alltag ist dies oft eine Herausforderung denn es kann uns oft nicht schnell genug gehen und wir springen von Einem zum Anderen.
Doch, Jesus Christus selbst, lockt uns immer wieder heraus aus dieser Oberflächigkeit. Immer wieder werden wir eingeladen Inne zu halten und stehen zu bleiben. Eines Tages werden wir die Erfahrung machen, dass uns der Blick auf Gott hin, unser Leben verändert. Dass bisher brachliegende Kräfte in uns gelöst werden, mit deren Hilfe es im Leben gelingen kann der Mensch zu werden, der Mensch zu sein man sich, so sehnsüchtig und ohnmächtig bemüht hat.
Unser Leben, unser Weg ist ein Weg in Gott hinein. Dieser Weg fordert uns heraus in einer Haltung der Offenheit und Achtsamkeit zu leben. Für Gottes Geist präsent zu sein und dies in den Alltag zu integrieren. Das Schöne daran ist, dass wir diesen Weg nicht alleine gehen und wir uns gegenseitig begleiten. Wenn wir für diesen Weg mit Gott offen sind, sind wir offen für das Leben, das was das Leben für uns bereitstellt.
Ich persönlich sehe darin eine große Kraftquelle, mich an dies jeden Tag zu erinnern und dankbar zu sein, für all das was ich erfahren darf.
Unser ganzes Leben ist symbolisch betrachtet ein Weg in Gott hinein, um immer mehr das zu werden wozu Gott uns gedacht, wozu er uns bestimmt hat.
Es ist nicht immer leicht zu erkenne ob wir auf diesen Weg unterwegs sind. Doch, so bin ich überzeugt, gibt es viele Wegweiser und die uns diesen Weg zeigen. Es ist leider so, dass wir diese Wegweise oft übersehen oder nicht warhaben wollen. Es nicht glauben können, oder sogar noch ein anderes Zeichen erwarten. Im Alltag geht uns diese Sensibilität oft verloren, ich kann es von mir sagen, dass vieles im Moment bei mir gar nicht ankommt, sondern erst später kann ich mich erinnern das etwas gewesen ist und auch mit mir etwas passiert ist, etwas hat mich verändert.
Veränderungen gehören zum Leben dazu. Es braucht eine gewisse Flexibilität um auch Neues zu zulassen. Es braucht Achtsamkeit um auf die kleinen, leisen Zeichen zu hören. Es braucht Mut um konkret etwas in Angriff zu nehmen. Es braucht Vertrauen, denn meisten kennt man den Weg noch nicht und doch drängst es diesen Weg zu gehen. Können sie sich an so eine oder andere Station im Leben erinnern wo sie so etwas erfahren haben. Das die Sehnsucht zum Aufbruch drängt und eine Veränderung bevorsteht. Ich nehme an wir alle kennen solche Situationen und haben auch schon viele solche mit bravour gemeistert.
In Zeiten dieser Veränderungen braucht es Gebet und Stille, doch solange wir nicht still werden, schweigen und lauschen, können wir nicht wirklich verstehen, was wirklich in uns vorgeht, was Gott mit uns vor hat. Wir fürchten uns vor der Stille, weil sie uns mit uns selber konfrontiert. Sie lässt uns erkennen wovon wir besetzt sind und erinnert uns daran, was wir noch nicht gelöst haben. Die Stille lässt uns auch erkennen was unter der Oberfläche liegt, und langsam aber beharrlich führt sie uns an den Ort wo Veränderung passiert. Die Stille ist ein guter Lehrmeister des Lebens. In der Stille wartet Gott auf uns.
Oft sind meine Tage so voll von Lärm, Gesprächen, Fragen, Antworten, Entscheidungen, dass ich mich am Abend einfach sehr nach dieser Stille sehne. Es gibt Tage, da werde ich nur so hin und hergerissen und ich fühle mich so ausgeliefert den äußeren Bedingungen. Da bin ich persönlich sehr gefordert auf mich zu achten und in die Stille zu gehen um wieder ganz zu mir zu kommen. Am Abend sehne ich mich danach, die ganze Geräuschkulisse hinter mir zu lasse und einfach vor Gott dazu sein und auf seine Stimme zu achten, seine Zeichen zu erkennen. Dazu ist es sehr hilfreich für mich den Tag rückwirkend noch einmal anzuschauen. Den Tag in den Gedanken noch einmal durch zu gehen und darauf zu achten, was ist gut gegangen und wofür möchte ich danken. Ich nehme aber auch das war, was eben nicht so gut gelungen ist, ich schaue es noch einmal an und bitte Gott er möge es mir verzeihen, dort wo ich auch an Menschen schuldig geworden bin. Ausblickend auf den nächsten Tag bitte ich um die Gnade dass ich aus der Erkenntnis, dort wo ich gefehlt habe es mir besser gelingen möge vor Gott, den Menschen und mir.
Wenn das Wetter es erlaubt dann sitze ich gerne am Balkon und schaue in den Himmel, mein Blick geht in die Unendlichkeit und diese Unendlichkeit lässt mich staunen und ich fühle mich Geborgen in der Gegenwart Gottes.
Wenn ich einen langen Tag in der Arbeit hatte, dann eignet sich dieser Rückblick auch sehr gut auf dem Nachhause weg. Ich möchte sie ermutigen am Abend den Tag noch einmal rückwirkend anzusehen und dankbar darauf zu schauen was gut und weniger gut gelungen ist, und es vor Gott hinhalten.
Ich wünsche ihnen dass sie diese Zeit finden um Gott zu danken und um gut mit sich selber in Verbindung zu kommen. Das gibt Kraft für den Alltag.
Ich wünsche ihnen segensreiche Tage, ihre Sr. Renate Koppenberger

 

 

 

 

 

 

 

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