Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Moldauklöster nah erlebt

Einige Notizen über unsere Rumänienreise vom 30. Mai bis zum 5. Juni 2013
Auf eine Zeit voller neuer Eindrücke und Erfahrungen können acht Schwestern aus der Gemeinschaft in Meran-Obermais zurückschauen, denen von einem Wohltäter eine 6-tägige Reise nach Rumänien bezahlt wurde.
Am 30. Mai 2013 flogen wir von München nach Timisoara (Temeswar), wo wir von unseren Schwestern und SDS Patres erwartet und liebevoll aufgenommen wurden. Die erste Zeit zeigte uns Sr. Rosa Mair die Stadt in all den verschiedenen Facetten. Vor allem beeindruckte uns das Revolutionsmuseum, das den Aufstand der rumänischen Bevölkerung gegen die Diktatur der kommunistischen Regierung unter Ceaucescu im Dezember 1989 hautnah vor Augen führt. Es wurde von einem Betroffenen errichtet, um den zukünftigen Generationen in Erinnerung zu halten, wie viel Blut und Tränen vergossen werden mussten, dass Rumänien heute in Freiheit leben darf.
Zusammen mit dem Caritas Direktor, Herrn Herbert Grün, besichtigten wir die sozialen Einrichtungen, die P. Berno Rupp im Laufe der Jahre geschaffen hat und die nun zur „Pater Berno Stiftung" zusammen geschlossen worden sind. Dazu zählen: in Bacova die Farm für Jugendliche und Langzeit-obdachlose, die Kindertagesstätte „Casa Pater Berno", das neu erbaute Alten- und Pflegeheim St. Johannes und in Timisoara das Frauenhaus und das Nachtasyl für die ehemaligen Straßenkinder. Es ist wirklich zum Staunen, was Menschen zustande bringen, wenn sie mit felsenfestem Vertrauen auf Gottes liebende Vorsehung alles wagen und ihre Visionen in konkrete Taten umsetzen.
Betroffen macht nach wie vor das überfüllte Nachtasyl, wenn man sieht, wie es immer noch dringend solcher sozialer Strukturen bedarf. Aber wer auf der Straße geboren wurde und kein Zuhause kennt, zieht es vor, eben ein Leben lang ein „Straßenkind" zu bleiben.
Für den 01.06. stand bereits die anspruchsvolle Reise zu den berühmten Moldauklöstern am anderen Ende Rumäniens auf dem Programm. P. Berno hatte diese Reise bis ins Kleinste für uns vorbereitet und sich selber als Fahrer und Leiter angeboten. Vor der Abfahrt führte er uns noch behutsam in die Chrysostomus-Liturgie ein, um uns ein wenig mit der Orthodoxen Welt vertraut zu machen. Dies erwies sich für die weiteren Tage als sehr hilfreich.
Wir benötigten volle 12 Stunden Fahrt, um unsere ca. 600 km zurückzulegen. Folgende Bilder werden uns lange in Erinnerung bleiben: die holprigen Landstraßen durch endloses, großteils brach liegendes und sehr spärlich bewohntes Flachland, hie und da besät von Schafherden; auffallend viele verwahrloste Gebäude bzw. Rohbauten an den Straßenrändern oder als Gegenstück protzige Bauten von ausländischen Unternehmen und Firmen. Überall zeigen sich noch auf Schritt und Tritt die Spuren der Jahrzehnte langen kommunistischen Regierung.
Die abenteuerliche Fahrt führte uns dann von der Ebene durch Siebenbürgen über die Hügel und Bergwelt der Karpaten zu den Klöstern in der Moldau. Als wir plötzlich zu später Abendstunde vor den wuchtigen Mauern von Moldovita standen und durch das niedere, noch geöffnete Tor stiegen, blieben uns Mund und Augen vor Staunen offen; denn was wir bis dahin nur von den Internetseiten kannten, erwartete uns in greifbarer Nähe im Hofinneren: die Orthodoxe Kirche aus dem 16. Jahrhundert (1532 erbaut), außen und innen voll bemalt mit unbeschreiblich schönen und best erhaltenen Fresken seit jener Zeit.
Und wie in Moldovita, so boten sich all die weiteren Klöster in den nächsten Tagen: Sucevita, Humor, Voronet und Putna, nahe an der Grenze zur Ukraine. Dank der unübertrefflichen Führung durch die Orthodoxe Schwester Tatiana in Moldovita - ein Unikum von Person, die uns schon gleich darauf aufmerksam machte, dass eine Besichtigung der Moldauklöster keine Ferien seien! - drangen wir immer tiefer in die Kunst und das Leben der dortigen Welt ein. Jedenfalls braucht es bibelfeste Besucher, um die Bildererzählungen der anonymen Maler voll zu verstehen. Nicht umsonst und mit Recht tragen diese Klöster das Siegel des Weltkulturerbes. Wir konnten uns nicht satt sehen an den unbeschreiblich schönen Farben und Bildern. Doch die Zeit drängte allzu sehr. Schließlich mussten täglich 400 bis 600 km in Kauf genommen werden, um so viel zu sehen wie wir.
Was uns zusätzlich als bleibende Erinnerung nachgeht, war die große, selbstverständliche Gastfreundschaft, wo immer wir hinkamen, gepaart mit der Einfachheit und Genügsamkeit des ganzen Lebensstils.
Auf der Rückfahrt besichtigten wir auch noch das sagenumwobene "Dracula-Schloss" in den Südkarpaten. Wir machten auch noch einen Stadtrundgang durch Sibiu (Hermannstadt), die 2007 zur Kulturhauptstadt Europas erhoben wurde. Wahrhaft sehenswert!
Den Abschluss der Moldaureise krönte die Einkehr in Maria Radna, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte in der Diözese Temeswar.
Inzwischen gehen wir alle wieder den täglichen Aufgaben nach, was aber in uns nachklingt, sind große Dankbarkeit und Ehrfurcht vor dem, was unsere Patres und Schwestern zur Linderung der leiblichen und geistigen Not und zu mehr Leben für die rumänische Bevölkerung durch ihren selbstlosen Einsatz in all diesen Jahren getan und weiterhin tun. Möge Gott ihr Wirken reichlich segnen!
Sr. Maria Theresia Rainer SDS

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