Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Eine Woche im Kloster…

 

Eine Woche im Kloster... eigentlich weiß ich nicht so wirklich auf was ich mich hier eingelassen
habe, denke ich, als ich zu Fuß mit meinem schweren Rucksack durch die Einfahrt marschiere.
Ich klingle an der Pforte, die schwere Holztür öffnet sich und ich trete ein, in die mir unbekannte Welt.
Eine Woche später...Es geht wieder nach Hause – mit einem lachenden und einem weinenden Auge,
weil mir Abschiede immer etwas zu schaffen machen. Mein Rucksack ist noch mindestens genauso
schwer, aber ich fühle mich froh und ja, auch irgendwie erleichtert. Ich frage mich, ob ich es schaffe,
etwas mitzunehmen von „da drinnen" nach „da draußen" in „meine" Welt.
Fasziniert hat mich am klösterlichen Leben schon immer, den Tag und den Ablauf des Jahres nach
einem festgelegten Rhythmus zu gestalten und so die einzelnen Abschnitte bewusst wahrzunehmen.
In stiller Meditation begrüßten wir um 6:00 Uhr den neuen Tag mit seinen Aufgaben. Im Anschluss
feierten wir mit Gebeten und Gesängen die Laudes.
Das gemeinsame Frühstück wird genutzt, um den Tagesverlauf zu planen, auf Termine hinzuweisen,
wichtige Informationen auszutauschen oder einfach „nur" um mit der Tischgemeinschaft ein nettes
Gespräch zu führen. Den Vormittag über führte ich verschiedene Tätigkeiten, vorwiegend im Garten
aus. So durfte ich Kräuter ernten, Unkraut jäten, in der Spülküche aushelfen usw. Diese Arbeiten
halfen mir, mich verstärkt als Teil der Gemeinschaft wahrzunehmen, weil ich mich so nützlich machen
und meine Dankbarkeit für die Gastfreundschaft zum Ausdruck bringen konnte. Und da ich beruflich
wenig mit den Händen arbeite, war es für mich zudem eine willkommene Abwechslung.
Genauso wie der Tag mit all seinen Phasen bewusst „erlebt" wird, verhält es sich auch mit den
Jahreszeiten. Diese bewusste Lebensweise spiegelt sich auch bei der Ernährung wider. Die Küche
schuf immer wunderbare und sehr schmackhafte Mahlzeiten, die den Sommer auf den Tisch brachten:
frische Salate und aromatische Kräuter aus dem Garten, saftige Zwetschgen zum Nachtisch... um nur
einige Beispiele zu nennen.
Den Nachmittag konnte ich frei gestalten und in dieser schönen Gegend fällt diese Gestaltung
wahrlich nicht schwer...
Das Abendgebet und die Hl. Messe nutzte ich, um das Tagwerk zu beschließen, um über die
Geschehnisse nachzudenken und jedes Mal dankte ich Gott, dass er mich hierher geführt hatte, denn
ich fühlte mich während meines gesamten Aufenthalt sehr wohl bei den Schwestern.
Und nun zwei Monate später sitze ich hier (zu Hause), schreibe diese Zeilen und denke wieder an die
Frage „Was habe ich mitgenommen?"
Nein, diesen Rhythmus in meinen Alltag zu übertragen habe ich nicht geschafft.
Nein, ich meditiere nicht jeden Morgen oder reflektiere abends täglich mein Schaffen.
Und ehrlich gesagt, besuche ich die Hl. Messe immer noch zu unregelmäßig.
Und auch die Bibel nehme ich viel seltener zur Hand, als ich mir das vorgenommen habe.
Aber:
Häufig, ich glaube sogar jeden Tag, denke ich in den unterschiedlichsten beruflichen wie privaten
Situationen, mal in Freude, manches Mal in Traurigkeit an die Zeit in Meran und an die Schwestern
zurück. Wie sie nicht nur im Gebet sondern vor allem auch im Alltag im Umgang mit den
Mitmenschen ihren Glauben zum Ausdruck bringen. So versuche ich nun auch etwas mehr in diesem
Bewusstsein zu handeln sowie die Geschehnisse des Lebens wahrzunehmen und so Gott bzw. meinen
Glauben in meinem Alltag spürbar zu machen.
Abschließend habe ich, meinem Empfinden nach, viel mehr aus dieser Zeit mitgenommen, als ich zu
Beginn zu hoffen gewagt habe.
Und vielleicht krieg ich den ein oder anderen Vorsatz ja auch noch irgendwann hin...
Vergelt´s Gott liebe Schwestern und auf Wiedersehen!!

 

 

 

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