Salvatorianerinnen in Südtirol

Unsere Sorge gilt stets dem Heil des ganzen Menschen ...denn die Liebe Christi drängt uns

Apostelin der Jugend

 

Eines vorweg: Als Bildungsträger waren für jene SüdtirolerInnen, die in den vergangenen Jahrzehnten Wohl und Wehe des Landes maßgeblich mitgestalteten, die klerikalen SchülerInnenheime von unschätzbarem Wert. Sie erst ermöglichten Kleinbauersleuten und Minderbemittelten lange Zeit für ihre Kinder, die sie „studieren ließen“, Kost und Unterkunft zu einem finanziell tragbaren Preis. Dass nicht jeder Traum von einer „Priestermutter“ oder von einem vermeintlichen Versorgt-Sein in einem Kloster in Erfüllung ging: Der Mensch denkt, und Gott lenkt. Und es waren Menschen dort, begnadete, wunderbare, die als Garanten galten für die außerhäusliche Begleitung der Kinder und Jugendlichen.
Das Mädchenheim der Salvatorianerinnen in der Schönblickstraße Nummer 6 in Meran/Obermais war und ist seit Jahrzehnten ein solcher Hort. Seit 1912, vier Jahre nach der Gründung der Ordensgemeinschaft in Meran, gehen dort – mit Unterbrechung durch den unseligen Ersten Weltkrieg – junge Menschen ein und aus und finden hier Unterkunft, Betreuung und Fürsorge. Seit nunmehr 45 Jahren führt Sr. Monika das Mädchenheim für Oberschülerinnen und Berufsschülerinnen: Sr. Monika ist für viele Südtiroler Familien und die Meraner Schulwelt Institution und Integrationsfigur für gelingendes Miteinander zum Wohle junger Menschen auf ihrem Werdegang. In erster Linie aber ist sie Salvatorianerin.
Die Bilder der Begegnung vor 30 Jahren in der Cusanus-Akademie in Brixen und jene im Jahr 2015 im „Salva“-Heim in Meran/Obermais, sie sind dieselben. Beinahe. Noch eine Spur schmaler ist die ehedem bereits grazile, kleine Frau mit dem großen Herzen und der umwerfenden, gewinnenden Fröhlichkeit geworden, die feinen, silbrigen Fäden in ihrem Haar hat es damals schon gegeben, ihr Gesicht immer noch mädchenhaft glatt wie das der damals vierzigjährigen Ordensfrau. Das Ordenskleid hat sie mittlerweile mit einem praktischen weltlichen Habitus getauscht. Aus ihren lebendigen Augen aber sprüht unvergleichlich nach wie vor Optimismus, aus ihrem Herzen das mitreißende Feuer für die Freuden und Leiden ihrer anvertrauten Schülerinnen.
72 Ober- und Berufsschülerinnen bietet die Gemeinschaft der Salvatoriannerinnen Platz, ein Juwel an landschaftlicher Schönheit und geistiger Muße am Einfallstor der Passerstadt. Und Sr. Monika wurde all die Jahre nicht müde, ihren Schülerinnen und ihrem Erzieherinnenstab all das zu bieten, was für Leben, Lernen und Reifen junger Menschen förderlich ist: der schöne Garten, die achtsame, individuelle Betreuung, einfühlsame spirituelle Impulse, aus tiefstem Herzen überzeugt und treu ergeben dem salvatorianischen Leitsatz: „Unsere Sorge gilt dem Heil des ganzen Menschen.“
Der Name der Ordensgemeinschaft, die die junge Vinschgerin Sr. Monika Mair vor vielen Jahrzehnten für ihren Lebensweg auswählte, ist für sich bereits Programm: „SalvatorinerInnen“ leitet sich vom Lateinischen „salvator“ ab, was so viel wie „Heiler“ und auch „Heiland“ bedeutet. Phil Bosman, katholischer Ordensgeistlicher aus Belgien, seinerzeit als „der moderne Franziskus“ bezeichnet, definiert „Heilen“ folgendermaßen: „Einen Menschen heilen, heißt: ihm den verlorenen Mut wiederzugeben.“ Und der Schwarzwälder Pater Franziskus Jordan, mit seinen 33 Jahren der jüngste Ordensgründer in der Kirchengeschichte, dessen Ziel es war, eine apostolische Lehrgesellschaft zu gründen, in der Männer und Frauen, Priester und Laien, Handwerker und Wissenschaftler zusammenarbeiten, gab seinen Salvatorianern bereits vor 125 Jahren die Weisung: „Seid doch die Mütter derer, die euch anvertraut sind, nicht ihre Zuchtmeister! Erzieht Kinder und nicht Sklaven!“ Beide, Ordensgründer und Bosman, hätten ihre Freude an Sr. Monika. Sie hat es geschafft, in diesem Sinne Beruf und Berufung im Einklang zu leben.
Seit Mai hat die nunmehr Siebzigjährige (kein Mensch sieht ihr die Jahre an!) von ihrer Ordensgemeinschaft eine neue Aufgabe zugeteilt erhalten: Gemeinsam mit Sr. Imelda Augscheller wird sie als Vikarin der neuen Provinzoberin Sr. Edyta in den nächsten Jahren die Geschicke ihrer Gemeinschaft weiterzuführen haben. Es ist dies in der heutigen Zeit eine besondere Herausforderung, auch wenn dem Dreigestirn Sr. Birgitta Siller in 18 Jahren intensiver Arbeit ein bestgestelltes Feld als Erbe hinterlässt und die junge, begabte Sr. Edyta mit ihren Konsultorinnen beste Voraussetzungen mitbringt, die Fäden des weltweiten Netzwerkes der Gesellschaft des Göttlichen Heilands, so der offizielle Name der SalvatorianerInnen, weiterzuknüpfen. Für Sr. Monika bedeutet diese neue Aufgabe einen Rückzug aus der unmittelbaren Erziehungsarbeit. Doch nach ihrem Grundsatz: Erziehung ist Beziehung wird sie dem Mädchenheim im Haus weiterhin mit größtem Wohlwollen verbunden sein: als Salvatorianerin, als charismatische Beterin, als mütterliche Frau.

Gloria Lanz

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